1289 wurde die Kirche das erste Mal urkundlich erwähnt. Sie ist ein mittelgroßer, spätgotischer Bau, der im Kern romanische Züge trägt.

Der Kirchturm trägt die Jahreszahl 1507

1539 wird St. Gertraud zum ersten Mal als Pfarre bezeichnet.

1540 befindet sich die Kirche bereits seit einigen Jahren im Bau, konnte aber noch nicht vollendet werden.

1786 wird das Kuratenhaus an der Stelle des späteren Pfarrhofs halb erbaut, durch eine Verordnung von 1787 und 1788 wird der Bau aber eingestellt. Später wird das Haus mit dem Geld des Eisenwerkfonds fertig gestellt, in späterer Folge werden Haus und Grundstück abgelöst und gehen in den Besitz der Eisengewerkschaft über.

Das Gebäude wird mehrere Jahre als Schulhaus verwendet, ebenso das damalige Messnerhaus.

1829 wurde die Errichtung der Pfarre zu St. Gertraud definitiv beschlossen. Die Eisengewerkschaft wurde verpflichtet Haus und Grundstück wieder der Kirche zu überlassen, allerdings musste dafür Ablöse bezahlt werden.

Als erster Pfarrer der neuen Pfarrgemeinde scheint in der Chronik Herr Josef Küssling, der seinen Dienst 1833 antritt, auf.

1846 stirbt Pfarrer Küssling und wird am hiesigen Friedhof begraben.

1876 wird der Antrag gestellt in St. Gertraud eine Pfarrei zu errichten.

1892 wird St. Gertraud durch das Ausscheiden aus der Stadtpfarre Wolfsberg eine selbstständige Pfarre. In diesem Jahr wird die Kirche gründlich renoviert.

Die Glocken der Pfarrkirche mussten im ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) abgegeben werden.

Erst 1922 konnten wieder drei neue Glocken angeschafft werden, die am 24. Dezember des Jahres feierlich geweiht wurden. Eine alte Glocke die im ersten Weltkrieg nicht abgegeben wurde enthält alte Inschriften die leider nicht mehr zu entziffern sind, außerdem zeigt sie 15 Kreuze und drei Bildnisse in Siegelform.

1933 wurde ein Grundstück angekauft um den Friedhof  zu vergrößern.

1936 wurde eine neue Orgel angeschafft.

1938 verlor die Kirche das Messnerhaus samt Garten,

1939 wurde jedoch wieder ein neues errichtet.

1963 werden alte Fresken entdeckt, diese Fresken von ca. 1420 stellen die Hl. Katharina und die Hl. Magdalena dar.

Außerdem findet man in der Pfarrkirche ein lebensgroßes Holzkruzifix aus dem 17. Jahrhundert.

Gertrud von Nivelles (Äbtissin) Fest: 17. März

Gertrud kam 626 als Tochter von Pippin dem Älteren zur Welt. Sie wurde erste Äbtissin des von ihre Mutter Iduberga gegründeten Klosters Nivelles (Belgien) sie leitete es ab 652.

Zur Weiterbildung ließ sie sich Bücher aus Rom bringen und berief irische Wandermönche zur Glaubensverbreitung.

Gertrud starb 33-jährig am 17. März 659 in Nivelles und wurde in ihrem Kloster beigesetzt.

In  bäuerliche Gegenden gehört Gertrud von Nivelles zu den besonders verehrten Heiligen.

Der Legende nach beendete sie durch ihr Gebet eine Ratten- und Mäuseplage und rettete so die Ernte.

Das Sprichwort: „Gertrud mit der Maus treibt die Spinnerinnen raus“ bedeutet, das am 17. März die Arbeiten im Haus ein Ende haben und die Feldarbeit wieder beginnt.

“Gertrudenminne“ tranken früher Menschen, die von einander Abschied nahmen oder sich gerade versöhnt hatten.

In Nivelles und in Wetteren (Belgien) existieren bis heute Wallfahrten.

Dargestellt wird die Hl. Gertrud als Äbtissin meistens mit Mäusen, Spinnrad, Kreuz oder Katze.

Verehrung

Ihr Schrein in Nivelles wurde 1940 bei der deutschen Bombardierung der Stadt während des zweiten Weltrieges zerstört. Ein neuer Reliquienschrein wurde in den 1990er Jahren unter Verwendung einiger mittelalterlicher Fragmente erschaffen.

Im Mittelalter trugen viele Krankenhäuser ihren Namen.

Sie ist Schutzpatronin gegen Mäuse- und Rattenplagen, der Reisenden und Pilger, der Gärtner und der Armen und Witwen.

Im Maingebiet wird sie als Gertrud Karlburg verehrt.

Sie ist Schutzpatronin von Wattenscheid.

Als Wetterregeln gelten:

• Gertraud führt die Kuh zum Kraut.
• Wer dicke Bohnen und Möhren will essen darf St. Gertraud nicht vergessen.
• Ist St. Gertraud sonnig, wird dem Gärtner wonnig.
• Gertraud- Sä`s Kraut

Gottesdienstzeiten:

Sommer:
Sonntag: 8.30 Uhr

Mittwoch (wenn Schultag)
um 15.00 Uhr

Donnerstag: 18.00 Uhr

Freitag (sofern nicht 1. Freitag im Monat) um 8.30 Uhr

1. Freitag im Monat 18.00 Uhr

Samstag: 19.00 Uhr

Winter:
Sonntag: 8.30 Uhr

Mittwoch (wenn Schultag)
um 15.00 Uhr

Donnerstag: 18.00 Uhr

Freitag (sofern nicht 1. Freitag im Monat) um 8.30 Uhr

1. Freitag im Monat 18.00 Uhr

Samstag: 18.00 Uhr

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